Volkskrankheit Schlaganfall

Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Volkskrankheiten der Welt und kann in jedem Lebensalter auftreten. Hier beschreiben wir, wie es zu einem Schlaganfall kommt, wie Sie ihn schnell erkennen, welche Probleme er mit sich bringen kann und wie das Training mit IQoro manche dieser Probleme lindert.

In Schweden kommt es alle 17 Minuten zu einem Schlaganfall – insgesamt also ca. 30.000 Mal im Jahr (400 pro 100.000 Einwohner).[1] 50–70 Prozent der Betroffenen haben danach eine Schluckstörung oder Dysphagie, die in etwa 20 Prozent der Fälle nach drei Wochen von selbst ausheilt. Bei 30–50 Prozent bereitet das Essen und Schlucken auf Dauer große Probleme.[2, 3, 4] 

Die Statistik lässt jedoch eine nicht unerhebliche Dunkelziffer vermuten, da wahrscheinlich nicht alle Fälle diagnostiziert werden und gesicherte Studiendaten fehlen.[2] Weiterhin zeigt die Forschung, dass alle Schlaganfall-Patienten mit Dysphagie auch von einer Gesichtslähmung (zentrale Fazialisparese) betroffen sind.[5, 6] 

Auch wenn Ihr Schlaganfall schon mehrere Jahre zurückliegt, kann die Behandlung mit IQoro das normale Schluckvermögen wiederherstellen und die Gesichtslähmung deutlich verbessern.[5, 7, 8] 

Was passiert bei einem Schlaganfall?

Ein Schlaganfall kann in Form einer Hirnblutung oder eines Hirninfarkts auftreten, bei dem es im Gehirn zu einem Gefäßverschluss kommt. Bei rund 85 Prozent der Fälle liegt ein Hirninfarkt vor, bei rund 15 Prozent eine Hirnblutung. 

Ein Schlaganfall ereignet sich durchschnittlich im Alter von 75 Jahren und betrifft die Geschlechter gleichermaßen stark. 20 Prozent der Betroffenen sind allerdings jünger als 65 Jahre – also noch im erwerbsfähigen Alter.[1] Und selbst in der Altersgruppe 35–44 Jahre erkranken in Schweden jährlich knapp 400 Personen. 

Da viele dieser Menschen mitten im Berufsleben stehen und vielleicht auch kleine Kinder haben, sind die Folgen oft verheerend. Meistens wird ein Schlaganfall von einer bereits vorhandenen Herz-Kreislauf-Erkrankung verursacht. Bei beiden Formen erhält das Gehirn nicht genug Sauerstoff, wodurch in den betroffenen Bereichen Nervenzellen absterben. 

Hirninfarkt

Bei einem Hirninfarkt bildet sich ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß verstopft und so die Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Gehirn blockiert. Dies geschieht häufig, weil Ablagerungen die Blutgefäße verengen und die Durchblutung behindern. 

Hirnblutung

Bei einer Hirnblutung platzt ein Gefäß im oder am Gehirn, was unterschiedliche Gründe haben kann. Mögliche Ursachen sind eine äußere Verletzung oder ein geplatztes Aneurysma, also eine Aussackung der geschwächten Gefäßwand. Eine Hirnblutung zieht einen Bluterguss nach sich, der den Druck ansteigen lässt und das Gehirn schädigt. 

TIA

Bei einer TIA (transitorische ischämische Attacke) handelt es sich um eine kleinere Durchblutungsstörung im Gehirn, die sich meist innerhalb von 24 Stunden wieder zurückbildet. Eine TIA ist eine Warnung und sollte als solche unbedingt ernst genommen werden: Die Durchblutung war gestört, konnte sich aber so schnell wieder normalisieren, dass das Gehirn keinen Schaden genommen hat. 

Die Symptome sind mit denen eines Schlaganfalls identisch, halten aber nur zwischen etwa einer Minute und einer Stunde an. Pro Jahr erhalten zwischen 8.000 und 12.000 Menschen eine solche TIA als Warnung.[9] 

FAST-Test

Verständigen Sie beim geringsten Verdacht auf einen Schlaganfall sofort den Rettungsdienst. Die Symptome treten plötzlich auf, und die betroffene Person muss unverzüglich behandelt werden, um keine schweren Hirnschäden zu erleiden. Lernen Sie, mit dem FAST-Test Leben zu retten! 

  • F – Face (Gesicht). Bitten Sie die Person, zu lächeln und ihre Zähne zu zeigen.
  • A – Arms (Arme). Bitten Sie die Person, beide Arme zu heben und 10 Sekunden oben zu halten.
  • S – Speech (Sprache). Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen, wie z. B. „Heute haben wir schönes Wetter“.
  • T – Time (Zeit). Jede Minute zählt – es besteht Lebensgefahr. Je schneller die Behandlung beginnt, umso geringer ist die Schädigung: Wählen Sie daher unverzüglich die 112!

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Schlaganfall:  

Häufige Schlaganfall-Symptome: Dysphagie und zentrale Gesichtslähmung

Je nachdem, wo und wie stark das Gehirn geschädigt ist, variieren die Symptome – denn dieses Organ steuert sämtliche Körperfunktionen. Möglich sind körperliche, psychische und kognitive Beeinträchtigungen, die für Angehörige teils sichtbar und teils unsichtbar sein können. Mögliche Symptome sind z. B.:

  • Dysphagie (Schluckstörungen)
  • Gesichtslähmung
  • Sprachstörungen
  • Körperliche Funktionseinschränkungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Lernschwierigkeiten

Im ersten Monat nach dem Schlaganfall stellt sich häufig eine gewisse Selbstheilung ein. Doch Verbesserungen sind auch nach langer Zeit noch möglich – für Reha-Maßnahmen ist es also nie zu spät.

Schluckstörungen (Dysphagie) durch Schlaganfall

Kurz nach einem Schlaganfall haben 50–70 Prozent der Betroffenen Schwierigkeiten beim Schlucken, die sich bei 20 Prozent in den ersten Wochen von selbst wieder zurückbilden. Grundsätzlich gilt aber: Je schneller Reha-Maßnahmen eingeleitet werden, desto schneller erfolgt die Selbstheilung. 

Bei rund 15.000 Schlaganfallpatienten pro Jahr (30–50 Prozent) bleibt eine schwere Dysphagie bestehen.[2, 3, 4] Zudem erhalten viele Menschen gar keine Behandlung, weil es die heutigen Möglichkeiten früher noch nicht gab oder Probleme schlicht nicht festgestellt wurden. Die Forschung berücksichtigt Personen, bei denen bis zu 10 Jahre nach dem Schlaganfall noch eine schwere Schluckstörung vorlag. Heute lassen sich diese Beschwerden mit dem neuromuskulären Trainingsgerät IQoro optimal behandeln

Viele Menschen mit einer schlaganfallbedingten Schluckstörung haben Probleme, Getränke und andere Flüssigkeiten zu schlucken. Oft fällt dies auf, wenn Betroffene sich vermehrt verschlucken, es also immer wieder zu einer Aspiration kommt. Dies wiederum kann eine Lungenentzündung nach sich ziehen. Damit beim Verschlucken keine Bakterien in die Lunge gelangen, ist daher eine gute Mundhygiene von größter Bedeutung. Mängel in diesem Bereich sind nämlich die häufigste Ursache einer Lungenentzündung – nicht das Verschlucken selbst.  

Je nachdem, welche Teile des Schluckprozesses betroffen sind, kann die Schluckstörung in unterschiedlichen Formen auftreten.

Häufige Symptome einer Dysphagie durch Schlaganfall:

  • Schwierigkeiten beim Schlucken von Flüssigkeiten
  • Schwierigkeiten, Nahrung, Speichel und Flüssigkeit im Mund zu behalten
  • Unwillkürlicher Speichelfluss
  • Husten durch Schwierigkeiten, Nahrung zum Rachen zu befördern, wodurch Flüssigkeit unkontrolliert in den Rachen und die Atemwege gelangen kann 
  • Gurgelnde, rasselnde Stimme
  • Husten- und Erstickungsanfälle bei den Mahlzeiten
  • Lungenentzündung, Bronchitis
  • Unfähigkeit, den Mund zu öffnen und zu schließen oder zu kauen
  • Sprachstörungen
  • Herabgesetzte Bewegungs- oder Empfindungsfähigkeit im Bereich von Gesicht, Mund und Rachen
  • Hochsteigen fester oder flüssiger Nahrung in die Nase
  • Gewichtsverlust
  • Hochsteigen von Essensresten in den Mund bis zu 24 Stunden nach der Mahlzeit
  • Spuckbedürfnis, weil Speichel nicht geschluckt werden kann Sprechprobleme durch erhöhtes Speichelaufkommen im Mund
  • Langsames Essen nicht zu großer Bissen, dadurch lange Dauer der Mahlzeiten
  • Sozialer Rückzug

Wer neben Flüssigkeit auch feste Nahrung nur mit Mühe schlucken kann, hat vielleicht einen älteren Zwerchfellbruch, der die schlaganfallbedingten Schluckprobleme noch verstärkt. Ein solcher Zwerchfellbruch ist die häufigste Ursache einer Schluckstörung oder Dysphagie und betrifft eine von zehn ansonsten gesunden Personen.

 Hier finden Sie weitere Informationen zum Zwerchfellbruch und typischen Symptomen.

Dysphagie bei Schlaganfall immer in Verbindung mit Gesichtslähmung

Alle Patienten (100 %) mit einer schlaganfallbedingten Schluckstörung sind auch von einer Gesichtslähmung (zentrale Fazialisparese) betroffen. Hierbei ist das untere Gesichtsviertel auf der Seite gelähmt, die der geschädigten Hirnhälfte gegenüberliegt. Dies zeigt sich häufig darin, dass ein Mundwinkel herabhängt und beim Lächeln nicht richtig mit nach oben gezogen wird. 

Forschungen zufolge ist die Muskelfunktion bei 74 Prozent auch in der oberen Gesichtshälfte und bei 52 Prozent in allen vier Gesichtsvierteln herabgesetzt.[5–8] Dies sind ganz neue Erkenntnisse, die für die richtigen Reha-Maßnahmen nach einem Schlaganfall eine wichtige Rolle spielen.

Typische Symptome/Einschränkungen bei zentraler Gesichtslähmung

Bei einer zentralen Gesichtslähmung können z. B. folgende Symptome auftreten: 

  • Schiefe Gesichtszüge und/oder versteifte Mimik
  • Unwillkürlicher Speichelfluss 
  • Schwierigkeiten, Speisen und Getränke im Mund zu behalten

Schwierigkeiten: 

  • mit Kraft und deutlichen Lippenbewegungen zwischen den Lauten „o“ und „i“ zu wechseln 
  • das rechte und das linke Auge gleich fest zusammenzukneifen 
  • die Augen so weit aufzureißen, dass sich die Stirn deutlich erkennbar in Falten legt 
  • die Wangen einige Sekunden lang aufzublasen, ohne dass durch Nase oder Mund Luft entweicht 
  • sich ein paar Mal hintereinander schnell und in einer fließenden Bewegung die Lippen zu lecken

    Hier erfahren Sie mehr zur Behandlung mit IQoro, die sowohl gegen Schluckstörungen als auch gegen eine zentrale Gesichtslähmung wirkt.

Andere Funktionseinschränkungen durch Schlaganfall

Lähmung von Körperteilen und Rachen

Schäden am Hirnstamm können zu einer Arm- oder Beinlähmung führen, die meist nur eine Körperhälfte betrifft. Manchmal sind die betroffenen Körperteile vollständig gelähmt, manchmal fühlen sie sich eher taub oder geschwächt an, was aber Gleichgewicht und Körperhaltung (posturale Kontrolle) ebenfalls beeinträchtigt. 

Bei anderen verursacht eine solche Schädigung Lähmungserscheinungen an der Zunge, die mit Sprechproblemen einhergehen, oder im Rachen, wodurch Betroffene oft gar nicht mehr mit dem Mund essen können. Eine Rachenlähmung hat häufig die oben beschriebenen Folgen, siehe Häufige Symptome einer Dysphagie durch Schlaganfall.

Aphasie – Sprachstörung

Eine Aphasie kann neben dem Sprechen auch andere sprachliche Fähigkeiten betreffen, also das Verstehen, Lesen, Schreiben und Rechnen – ohne dass der Intellekt beeinträchtigt ist. Weitere Informationen zu dieser Sprachstörung finden Sie unter afasi.se. 

Verborgene Funktionseinschränkungen

Weitere Folgen, die Außenstehende aber weniger deutlich wahrnehmen, sind Müdigkeit, schlechtes Gedächtnis, Konzentrationsprobleme oder Schwierigkeiten, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, wie z. B. beim Fernsehen zu essen. Auch Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Stimmungsschwankungen können auftreten. 

Nicht selten führen solche verborgenen Funktionseinschränkungen zu einem sozialen Rückzug und in der Folge zu Depressionen. 

Behandlung von Dysphagie sowie Gesichts- und Rachenlähmung

Ärztliche und zahnärztliche Behandlung, Logopädie, Physiotherapie – dies sind nur einige der Disziplinen, in denen sich viele Menschen nach einem Schlaganfall wiederfinden.

Hierbei ist es äußerst wichtig, den ganzen Körper zu stimulieren und gerade das zu üben, was Schwierigkeiten bereitet. Da viele Betroffene anfangs schnell ermüden, sollten außerdem möglichst effiziente Behandlungsmethoden eingesetzt werden. All das dient vor allem dazu, wieder mehr Normalität in den Alltag zurückzubringen. 

Behandlung mit IQoro nach einem Schlaganfall

Das neuromuskuläre Trainingsgerät IQoro behandelt auf natürliche Weise ganz unterschiedliche Problembereiche. Es ist leicht anzuwenden und erfordert gerade einmal 90 Sekunden Training am Tag, das sich in drei Übungseinheiten vor den Mahlzeiten aufteilt. Das kurze und effektive Training lässt sich auch an Tagen bewältigen, an denen eigentlich alles zu anstrengend ist. 

Die Behandlung wirkt nach einem Schlaganfall dauerhaft gegen Schluckstörungen sowie Gesichts- und Rachenlähmungen – das ist durch wissenschaftliche Studien belegt. Außerdem spielt es für die hohe Wirksamkeit keine Rolle, wie lange der Schlaganfall schon zurückliegt. Auch nach vielen Jahren ist es also nicht zu spät, etwas gegen die Folgen eines Schlaganfalls zu unternehmen.[7, 8, 10, 11, 13]

IQoro stimuliert die Sinnesnerven im Mund und wirkt dadurch auf das Steuersystem für den Schluckprozess. Dieses steht wiederum in enger Verbindung mit anderen Körperfunktionen, wie z. B. Atmung, Lautbildung (Sprache), Mimik, Körperhaltung (posturale Kontrolle)[13] und Magen-Darm-Tätigkeit. 

5–13* Wochen IQoro-Training behandeln mit bleibender Wirkung u. a. folgende Symptome:

  • Schluckstörung (Dysphagie) 
  • Unwillkürlicher Speichelfluss 
  • Lähmungen von Gesicht und Rachen
  • Schwächung der Gesichts-, Lippen-, Kiefer- und Zungenmuskulatur 
  • Probleme mit der Körperhaltung (posturale Kontrolle)

* Je nach Erkrankungsbild kann die Trainingsdauer variieren.

Schluckfähigkeit

Die Forschung zeigt, dass 5–13 Wochen Training die Schluckfähigkeit bei 97 Prozent der Betroffenen verbessern und bei 71 Prozent normalisieren.[10, 11] 

Zentrale Gesichtslähmung

Bei einer Gesichtslähmung führt das Training mit IQoro dazu, dass sich die Lähmungserscheinungen in allen vier Gesichtsvierteln deutlich zurückbilden.[7] Die Lähmung wird abgeschwächt, was mit einer verbesserten Gesichtssymmetrie und Kontrolle einhergeht – oder verschwindet im besten Fall sogar ganz. 

Alle Schlaganfallpatienten mit Dysphagie sind auch von einer zentralen Gesichtslähmung und den damit verbundenen Funktionseinschränkungen betroffen. Das Training mit IQoro wirkt mit nur 90 Sekunden pro Tag gegen beide Folgeerscheinungen.  

Verbesserte Lautbildung und Sprache

Wenn Sie mit IQoro trainieren, kräftigen Sie die Muskulatur von Lippen, Wangen, Zunge und Rachen, die eine wichtige Rolle für die Lautbildung spielt. Erwünschte Nebenwirkung: das Sprechvermögen verbessert sich. Dies kann Kommunikationsprobleme lindern, z. B. bei einer ohnehin undeutlichen Sprache oder in manchen Fällen einer schlaganfallbedingten Aphasie. 

Training bei starker Lähmung oder deutlich eingeschränkter Beweglichkeit

Auch Schlaganfallpatienten mit einer starken Lähmung oder Bewegungseinschränkung der Arme können mit dem Training gute Ergebnisse erzielen. Hierzu wenden z. B. Pflegekräfte oder Angehörige den sogenannten Kiefergriff an.

Hier erfahren Sie, wie Betroffene trainieren, wenn Sie die Lippen nicht schließen können oder Hilfe brauchen

Wann stellen sich erste Ergebnisse ein?

Langzeitstudien zeigen, dass dauerhafte Ergebnisse nach 5–13 Wochen spürbar werden, also nach einem bis einigen Monaten.[7, 8, 10, 13] Manchmal liegen jedoch weitere Erkrankungen vor, die ein längeres Training erfordern können. 

So kommt es z. B. häufig vor, dass ein Schlaganfall einen älteren Zwerchfellbruch verschlimmert, der bisher kein allzu großes Problem darstellte. In diesem Fall müssen Sie vielleicht 68 Monate oder länger trainieren.

Große Wirkung auch bei spätem Behandlungsbeginn

Der Forschung zufolge ist es nie zu spät, Schluckstörungen sowie Gesichts- und Rachenlähmungen mit IQoro zu behandeln: Wie lange der Schlaganfall schon zurückliegt, spielt keine Rolle. 

Die Behandlung wirkt genauso gut bei Personen, die ihren Schlaganfall vor 1–10 Jahren hatten, wie bei einem Behandlungsbeginn innerhalb von 1–4 Wochen nach dem Schlaganfall.[7, 8, 10, 11, 13] Auch Alter und Geschlecht haben keinerlei Einfuss auf die Wirksamkeit.[11] Selbst wenn die Folgen eines Schlaganfalls Sie also schon seit Jahren belasten, ist die Aussicht auf Besserung unverändert groß. 

Schnelle Genesung dank schneller Behandlung

Dennoch empfiehlt es sich, so früh wie möglich mit der richtigen Behandlung zu beginnen. Dies beschleunigt die Erholung, Entlassung und Rückkehr in ein so normales Leben wie möglich, in dem Sie wieder lächeln und Gefühle zeigen, gemeinsame Mahlzeiten genießen, sozialen Aktivitäten nachgehen und langfristig vielleicht auch wieder arbeiten können.

Hier erfahren Sie, wie Sie mit IQoro trainieren.

Wann kann ich mit der Behandlung beginnen?

Sie können mit IQoro trainieren, sobald die kritischste Phase hinter Ihnen liegt: Dies ist in der Regel nach etwa 1–2 Wochen der Fall. Nach einem Schlaganfall reagieren manche Betroffene im Bereich von Mund und Gesicht besonders empfindlich. Da kann es helfen, sich zunächst durch behutsames Fühlen und Schmecken mit dem IQoro vertraut zu machen. 

Tipps zum Training

Etablieren Sie eine Routine mit drei Übungseinheiten pro Tag. Trainieren Sie am besten vor den Mahlzeiten, um den Schluckvorgang vorzubereiten und so die Wirkung noch zu erhöhen. Anfangs können Sie das Dehnungsmoment (siehe den Abschnitt „Wie Sie mit IQoro trainieren“) kurz halten und es von zunächst etwa einer Sekunde nach und nach auf bis zu 10 Sekunden pro Zugbewegung steigern. Bei einer Überempfindlichkeit reicht es zu Beginn aus, das IQoro nur hinter die Lippen zu legen. 

Auch eine als angenehm empfundene Gesichts- oder Kopfmassage kann die Übungseinheit gut vorbereiten. Hierdurch werden Spannungen abgebaut und das Training mit etwas Schönem verknüpft. Gerade zu Beginn ist es wichtig, sich auf die konkrete Situation der betroffenen Person einzustellen. 

Manche Schlaganfallpatienten können die Übung anfangs noch nicht allein durchführen – insbesondere bei Schwierigkeiten, die Lippen zu schließen oder die Arme zu bewegen. Andererseits ist es wichtig, möglichst viel selbst zu machen. Voraussetzung dafür ist, dass die Person ihre Lippen mindestens 5 Sekunden lang um den flachen Griff schließen kann.

Bis zum Behandlungserfolg Speisen und Getränke anpassen

Vielleicht hat der Schlaganfall eine Schluckstörung oder Dysphagie verursacht, die in einer oder mehreren Formen vorliegen kann. Auch wenn die Behandlung mit IQoro nur einen bis einige Monate dauert, ist eine gute Ernährung wichtig, um während der Reha bei Kräften zu bleiben. 

Je nach Art der Schluckstörung lässt sich der Schluckprozess mit verschiedenen Maßnahmen erleichtern, die eine ausreichende Nährstoffzufuhr sicherstellen.

Präorale Dysphagie: Probleme, Nahrung zum Mund zu führen [12]

Hierbei bestehen vielleicht Schwierigkeiten, zu sitzen, das Essen zum Mund zu führen und/oder sich zu konzentrieren. All das kann die betroffene Person so schnell ermüden, dass sie nicht genug isst.  

Maßnahmen

Achten Sie auf eine gute Sitzposition nah am Tisch, in der die Lendenwirbelsäule, ein Arm und die Füße abgestützt sind. Die Atmosphäre sollte ruhig und entspannt sein. Wenn Arm und Hand zu schwach sind, können Angehörige oder Pflegekräfte die Hand zum Mund führen – den Löffel sollte die betroffene Person aber nach Möglichkeit selbst halten. 

Orale Dysphagie: Probleme, zu kauen und zu schlucken [12]

Hierbei hat die betroffene Person vielleicht Schwierigkeiten, die Zunge zu steuern und zu kontrollieren. Dies erschwert nicht nur das Sprechen, sondern auch den Transport der Nahrung in den Rachen, wodurch der Schluckreflex ausbleibt. Wenn die Person dadurch nicht schluckt, kann im Rachen befindliche Flüssigkeit schnell in die Atemwege gelangen und Husten- und Erstickungsanfälle auslösen.   

Maßnahmen

Bieten Sie weiche, pürierte Nahrung, passierte Kost oder Gelees an, die sich im Mund leichter verarbeiten lassen. Verabreichen Sie keine Flüssigkeiten – diese sollten in angedickter oder gelierter Form verzehrt werden. Mischen Sie keine Nahrungsmittel mit unterschiedlicher Konsistenz.  

Pharyngeale Dysphagie: Nahrung gelangt in Nase und Atemwege [12]

Hierbei führt eine Lähmung der Rachenmuskulatur dazu, dass Nahrung und Speichel im unteren Rachenbereich verbleiben. Solche Speisereste können in die Atemwege gelangen, wenn sich die Luftröhre nach dem Schlucken wieder öffnet. Hierdurch bekommt die Stimme einen gurgelnden und undeutlichen Klang. Außerdem müssen Betroffene beim Essen oft husten.  

Maßnahmen

Biegen Sie den Kopf nicht nach hinten und essen Sie nicht im Liegen. Setzen Sie sich stattdessen hin, beugen Sie sich leicht vor und nehmen Sie das Kinn zur Brust. Atmen Sie vor dem Schlucken tief ein und halten Sie den Atem an. Husten Sie nach dem Schlucken und atmen Sie wieder aus. Achten Sie auf eine sehr gute Mundhygiene: So beugen Sie Lungenentzündungen vor, die durch Speisereste in der Lunge ausgelöst werden können. 

Quellenangaben

  1. Stroke – Riksförbundet, https://strokeforbundet.se/in-english/
     
  2. Stockholms läns landsting, Fokusrapport dysfagi, 2005, ISBN 91-85211-00-1
     
  3. S. Broadley, A. Cheek, S. Salonikis et al., Predicting prolonged dysphagia in acute stroke: the Royal Adelaide Prognostic Index for Dysphagic Stroke (RAPIDS), Dysphagia, vol. 20, no. 4, pp. 303–310, 2005.
     
  4. R. T. Sorensen, R. S. Rasmussen, K. Overgaard, A. Lerche, A. M. Johansen, and T. Lindhardt, Dysphagia screening and intensified oral hygiene reduce pneumonia after stroke, Journal of Neuroscience Nursing, vol. 45, pp. 139–146, 2013.
     
  5. Hägg M.,Tibbling L. Four-quadrant Facial Function in Dysphagic Patients after Stroke and in Healthy Controls. Neurology Research International Volume 2014, Article ID 672685, 5 pages
     
  6.  Cumhur E., Gaye E., et al. Orbicularis oculi muscle activation during swallowing in humans. Exp Brain Res (2013) 224:79–91 , DOI 10.1007/s00221-012-3290-6
     
  7. Hägg M., Tibbling L. Effect of oral IQoro® and palatal plate training in post-stroke, four-quadrant facial dysfunction and dysphagia: A comparison study. Acta Otolaryngol. 2015 Sep;135(9):962-8. doi:10.3109/00016489.2015.1042043. Epub 2015 May 7. PMID: 25947252
     
  8. Hägg MK., Tibbling LI. Effects on facial dysfunction and swallowing capacity of intraoral stimulation early and late after stroke. NeuroRehabilitation. 2015;36(1):101-6. doi: 10.3233/NRE-141197. PMID: 25547771
     
  9. Hjärt- och Lungfonden, Hjärtrapporten 2015 – En sammanfattning av hjärthälsoläget i Sverige,
    https://www.hjart-lungfonden.se/Documents/Rapporter/Hj%C3%A4rtrapporten_2015_web.pdf
     
  10. Hägg M, Tibbling L. Longstanding effect and outcome differences of palatal plate and oral screen training on stroke-related dysphagia. The Open Rehabilitation Journal, 2013, 6, pp 26-33. 
     
  11. Hägg M, Anniko M. Lip muscle training in stroke patients with dysphagia. ActaOto-Laryngologica, 128 (9): pp1027-1033, 2008. 
     
  12. Text: Tibbling Grahn, Lita, ÖL, MD, professor emerita.
     
  13. Hägg M., Tibbling L. Effect of IQoro® training on impaired postural control and oropharyngeal motor function in patients with dysphagia after stroke. Acta Otolaryngol 2016; 136 (7):742-748. DOI:10.3109/00016489.2016.1145797 https://www.tandfonline.com/doi/full/10.3109/00016489.2016.1145797